Radon Regard 10.0 Erfahrungen

Ein Gravelbike mit dieser Ausstattung zu diesem Preis? Damit hätte in diesen Zeiten kaum einer gerechnet. Aber Radon hats einfach gemacht. Auch wenn man das Regard nach Ankündigung und den ersten Tests durch ausgewählte Youtuber ein halbes Jahr nicht kaufen konnte. Doch jetzt, Anfang September, konnte ich es erwerben und berichte hier über die Erfahrungen mit dem Radon Regard 10.0.

Update #2 – 25.01.2023

Nun hat das Regard auch härteren Einsatz erfahren. Graveltouren durch tiefen Matsch und letztens sogar im Schnee und Eis. Fazit nach ca. 1000km.

Das Bike macht wirklich alles mit und ist nicht zu stoppen. Es flitzt kompromisslos durchs Gelände und fühlt sich dabei stets safe an.

Auffällig: Beim großen Dreckschleudern gelangt jener häufiger in die Sattelklemmung, wodurch nach einigen Ausfahren ein Knarzen entsteht. Klemmung lösen, Sattelstange und Drumrum reinigen und das Problem ist gelöst. Zukünftig müsste ein Gummi o.ä über die Klemmung, damit man sich den Aufwand sparen kann.

Die Continental Terra Speed Reifen sind für den harten Einsatz nicht sonderlich gut geeignet. Bei der letzten Ausfahrt durch Schnee und Eis kam ich mit einer Punktierung nach Hause. Schade… Damit können sie wohl kaum mit den Schwalbe G One Bite mithalten, die auf meinem Grail über 7000km pannenfrei liefen. Also werden sie (bald) gegen die Bites 45×622 ersetzt, sofern die irgendwann mal wieder lieferbar sind.

Postiv ist noch anzumerken, dass die 810er GRX ihren Job bestens verrichtet. Keine Schaltprobleme auch nach dem x-ten Kilometer durch beinahe nabentiefen Matsch. Nicht einmal Qietschgeräusche beim Bremsen!!

Update #1 – 22.10.2022

Die ersten Touren im Gelände und durch Großstädte sind gemacht, ein paar hundert Kilometer gesammelt und nun kann ich etwas mehr zum Radon Regard 10 erzählen!

  1. Man fällt auf: Bei den Gruppenausfahren kommt nicht selten die Frage: Was ist das für ein Bike? Während man die Canyon Grails, Grizzls und Rose Backroads zu Hauf antrifft, ist das Regard zumeist einzigartig.
  2. Top Kontrolle: Das Regard fährt sich spielend leicht und lässt sich in jeder Situation hervorragend kontrollieren. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, das Bike tue nicht das, was ich von ihm verlange. Geometrie und Komponenten machen einfach einen soliden Job!
  3. Antrieb: Die High End GRX Ausstattung ist genial. Nach etwa 100 Kilometern schaltet die Gruppe ultrapräzise und knackig. Sogar ein Testfahrer, der sonst elektronisch SRAM fährt, war von haptischen Feedback und der Geschwindigkeit der Schaltvorgänge beeindruckt. Hammer!
  4. Laufradsatz: Ich muss gestehen, ich vermisse die heftigst laute Nabe der DT Swiss Laufräder vom Canyon Grail. Damit war niemals ein Klingeln nötig, um auf sich aufmerksam zu machen. Ebenfalls vermisse ich die Quick-Release Hebel. Fürs Abmachen des Vorderrades zwecks Transport muss ich immer wieder zum Drehmomentschlüssel greifen.

Das Radon Regard 10.0

Geliefert wurde das Regard ca. zwei Wochen nach dem Kauf. Nach der Erfahrung mit dem Canyon Grail war ich auf alles gefasst, aber das Bike hatte keine einzige Macke. Die Verarbeitung weitestgehend sauber, sogar die Schweißnähte können sich sehen lassen.

Der Aufbau gelingt innerhalb von 10 Minuten. Vorderrad in die Gabel, Lenker an den Vorbau, Pedale dran – Fertig. Jetzt geht’s um die Details: Einmal alle Komponenten prüfen und die Feineinstellungen vornehmen. Vorbau war nicht 100% gerade ausgerichtet. Eine Korrektur um 2° war schnell erledigt. Für die Sattelhöhe musste ich ein bis zwei Mal probefahren, aber auch das ging schnell – Der Sattel ist ein Traum! Jetzt nur noch den Neigungswinkel des Lenkers anpassen und schon kann ich mich um das Einbremsen der Bremsklötze kümmern.

Einfach aufsitzen – Und alles passt!

Tatsächlich ist es so: Bei der kurzen Probefahrt nach der Feinjustierung fühlt sich auf Anhieb alles sehr stimmig an. Ich sitze sehr gut, die Schaltung ist perfekt eingestellt, die Bremsscheiben schleifen nicht. Wahnsinn!

Positiv aufgefallen am Radon Regard

  • Schutzfolie am Unterrohr – Wichtig fürs Gravelbike (beim Grail fehlte diese)
  • Vorbohrungen am Oberrohr für bspw. Oberrohrtaschen
  • Vorbohrungen am Unterrohr für bspw. einen zusätzlichen Flaschenhalter
  • Gummistopfen in den Vorbohrungen, die auch halten. Beim Grail sind die Dinger beim Anheben des Bikes bereits rausgesprungen.

Die Ausstattung des Regards findet man auf der Radon Landingpage – Hier die Highlights:

  • Shimano GRX RX810 1×11 Schaltgruppe
  • Shimano GRX BR-RX810 Scheibenbremse
  • Mavic Allroad Disc Laufradsatz
  • Continental Terra Speed ProTection Reifen
  • SDG Bel Air V3 Sattel

Die Highlights, die ich anmerken würde:

Radon Regard 10 vs. Canyon Grail AL 7.0

Der auffäligste Unterschied zu meinem Canyon Grail AL ist vorrangig die Geometrie, sofern man die Verarbeitungsqualität außer Acht lässt. Man erkennt sofort, dass das Grail von der Basis her ein Straßenrenner ist, bei dem man breitere Reifen verwenden kann, während das Regard auf Gravel spezifische Komponenten setzt und von der Geometrie her, eine aufrechtere und bequemere Sitzposition forciert.

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2 Kommentare

    1. Hallo Manuel. Mit Anhängern habe ich keine Erfahrung. Ich denke, die Befestigung an der Hinterachse wäre suboptimal, aber ein Anhänger, der sich an der Sattelstütze befestigen lässt, wäre eine gute Option.

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